Villa Möwe.

Schweizer Stil.

Erbaut in der Jahren 1855/56 haben wir diesem besonderen Gebäude neben sechs großzügigen Wohnungen mit nach allen Himmelsrichtungen ausgerichteten Freiflächen sechs Gäste-Studios im Untergeschoss geschaffen. Diese stehen teilweise in der Ferienvermietung zur Verfügung.

 

Die Villenreihe am Heiligen Damm sollte nicht einheitliche Geschlossenheit zeigen, sondern ein abwechslungsreiches, pittoreskes Bildes ergeben – so die erklärte Absicht von Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin. Folglich sollten verschiedene Architekten ihre Ideen einbringen.

 

Nachdem die Häuser Perle und Greif nach dem Gesamtplan des Hofarchitekten W. Stern entstanden waren, baute der Architekt A. Rathsagg mit dem Logierhaus Möwe 1855/56 die dritte Villa der Perlenkette. Das Logierhaus setzt sich aus zwei giebelständigen, dreigeschossigen Bauteilen und einem sehr schmalen, zweigeschossigen Mitteltrakt zusammen.

 

Zum florierenden Seetourismus war im 19. Jahrhundert der Hochgebirgstourismus hinzugekommen. Rathsagg suchte seine Vorbilder daher nicht mehr allein in der italienischen Renaissance, sondern wandte sich auch den populär gewordenen alpenländischen Landhäusern zu. Dort prägt der Holzbau, abgeleitet aus der Volksarchitektur, das Erscheinungsbild vergleichbarer Gebäude. Rathsagg kopierte die ländliche Volksarchitektur aber nicht einfach. Vielmehr übernahm er nur bestimmte Formcharakteristika – etwa den flachen Giebel oder die lang gestreckten Balkone und Holzverzierungen.

 

Bei der Villa Möwe überspannten filigrane Holzornamente die Giebel und Balkone des Doppelgiebelhauses. Die Turmaufbauten zeigten bewusst ihre Fachwerkkonstruktion. In den aufstrebenden Badeorten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden ähnliche Bauten bald an der gesamten Ostseeküste. Als Ferienhaus zählt das Haus Möwe zu den ersten großartigen Beispielen dieser Art.

 

Bei der Planung der Sanierung des Logierhauses wurde das historische Gesamterscheinungsbild des Gebäudes mit seinen Wänden, Fenstern und Türen sowie allen Fassadenschmuckdetails wie Geländern, Gesimsen, Bossierungen und Schmuckkaminen berücksichtigt. Nach der umfangreichen Sanierung erstrahlt die Villa Möwe wieder in altem Glanz – und sieht exakt so aus, wie Großherzog Friedrich Franz II. sie einst bauen ließ.

 

Als Besonderheit verfügen die Wohnungen in der Villa Möwe über großzügige Balkon-, Loggien- und Terrassenflächen. Zusätzlich wurden Gäste-Studio im Untergeschoss geschaffen.

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